Profi-Fußballtraining von Martin Hasenpflug

Ballzirkulation: Verbesserung des Zusammenspiels

Der Kern des Fußballs ist das Zusammenspiel. Wird der Ball nahezu fehlerfrei in den eigenen Reihen gehalten, ist alles möglich. Damit dies gelingt, ist eine gute Qualität bei den Techniken Passen und Ballmitnahme nötig. Das taktische Ziel ist das ständige Bespielen freier Räume. Erreicht wird dies durch Freilaufen, Kommunikation und Erkennen der Spielsituation.

Von einer sicheren Ballzirkulation profitiert besonders der Spielaufbau und das sogenannte Übergangsspiel (Balltransport im mittleren Spielfelddrittel). So wird ein qualitativ hochwertiger Ballbesitz, mit Ball am Fuß und Anspielstationen, in der Offensive erreicht. Die Abwehrkette lässt sich dann u. a. mit einem Schnittstellenpass, einem 90-Grad-Ball, dem Ausspielen eines Verteidigers oder einer Ballmitnahme am Verteidiger vorbei überwinden.

Eine Trainingseinheit zur Ballzirkulation beginnt immer mit einer reinen Technikübung (ohne Gegnerdruck) zur Verbesserung des Passspiels. Die Übungen sind für kleine Gruppen konzipiert, damit der Parcours doppelt aufgebaut werden kann. So können die Spieler im Wettbewerb gegeneinander antreten. Um zu siegen, optimieren sie selbstständig ihre Leistung. Kleine Gruppen ermöglichen zudem viele Aktionen. Zur Verbesserung der Beidfüßigkeit werden immer zwei Durchgänge, mit Wechsel der Spielrichtung, gespielt. Das „Verlierer-Team“ erhält so außerdem die Gelegenheit zur Revanche.

Nach Bedarf lassen sich die Passübungen mit einer Koordinationsleiter und Medizinbällen ergänzen. Beim Wechsel von einer zur anderen Position können sich die Spieler dann im Bereich Kraft, Koordination und Beweglichkeit verbessern. Die Passübungen lassen sich auch mit einer Augenklappe über das dominante Auge absolvieren. Dadurch verbessert sich das periphere Sehen. Es werden mehr Anspielstationen wahrgenommen und diese auch schneller erkannt.

Nach der Passübung folgen zwei verschiedene Spielformen. Die zuvor geübte Technik findet nun unter Gegnerdruck Anwendung. Dabei spielen zwei Teams mit dem Ziel gegeneinander, den Ball möglichst lange in den eigenen Reihen zu halten. Die Spieler erkennen zwangsläufig, dass sie zur Aufrechterhaltung des Ballbesitzes in freie Räume verlagern müssen. Wird der Ball verloren, können sie den Ball im Gegenpressing zurückerobern und sichern ihn dann zu einem freien Spieler. Dies führt zur Verbesserung des Umschaltspiels.

In der jeweils ersten Spielform (Kleinspielform) treten zwei Kleinteams gegeneinander an. Das Spielfeld lässt sich doppelt aufbauen. Kleine Teamgrößen ermöglichen viele Aktionen und dienen als Basis für interessante Wettbewerbe. Vier Teams können ein Turnier austragen oder im Champions-League-Modus spielen; Sieger-Teams spielen jeweils gegeneinander.

Die jeweils zweite Spielform (Großspielform) wird dann mit der kompletten Mannschaft absolviert. Die Felder der Spielformen werden nach Möglichkeit mit Außenspielern besetzt. Bälle verlassen so kaum das Spielfeld und es entsteht ein sehr hoher Spielfluss (Flow).

PassübungOrganisation & Ablauf (1. TE, Übung)

Ein Quadrat (C, D, F, G) von 10 Metern aufbauen. Durch das Quadrat verläuft eine 3er-Hütchenreihe (Länge: 14 Meter).

Die Positionen B–E einfach besetzen. Zwei Spieler mit Bällen zur Startposition A. 1–3 Spieler ohne Bälle neben A.

Spieler A passt zu B. B dreht nach hinten auf und passt mit seinem zweiten Kontakt zu C. Doppelpass zwischen B und C (Hütchen ausspielen). C passt zu D. Doppelpass zwischen C und D. D passt zu E. Doppelpass zwischen D und E. E passt zu einem freien Spieler neben A. Sobald Doppelpass bei D gespielt wird, startet der nächste Spieler A in den Parcours.

Die Spieler folgen ihren Pässen.

Spieleranzahl: 7–14 Spieler. Ab 9 Spieler zusätzlich die Positionen G und F besetzen. E passt dann nach dem gleichen Schema zu F, F zu G und G zu einem Spieler A ohne Ball.

Wettbewerb: Welche Gruppe spielt innerhalb von vier Minuten mehr Pässe 11?

Variation: Für einen zweiten Durchgang Wechsel der Spielrichtung. Anstatt der Hütchen C und D werden nun die Hütchen F und G besetzt. Mit drei Bällen gleichzeitig spielen.

Tipp: Den Doppelpass immer so spielen, dass das Hütchen einen Gegenspieler simuliert. Pass 1 mit „dreh“ coachen. Kopf ist oben, um Zusammenstöße zu vermeiden und zu „checken“, ob der Mitspieler anspielbar ist.

ballhalten kleinOrganisation & Ablauf (1. TE, Kleinspielform)

Ein Quadrat (8 Meter) aufbauen.

Zwei 2er-Teams und vier Neutrale bestimmen. Die Teams gehen ins Feld. Die Neutralen besetzen je eine Seitenlinie.

Die beiden Teams spielen auf Ballhalten mit maximal zwei Kontakten gegeneinander. Die Neutralen dürfen nur direkt spielen. Ziel für die Teams ist es, immer zehn Passfolgen zu spielen und dabei viele direkte Pässe zum Dritten zu absolvieren.

Nach einer Spielzeit von vier Minuten zwei neue Teams bilden.

Spieleranzahl: 6–11 Spieler. Nur mit zwei gegenüberstehenden Neutralen spielen bzw. mit einem zusätzlichen Neutralen im Feld. 3er-Teams bilden (Spielfeld vergrößern).

Wettbewerb: Für jeweils 10 Passfolgen gibt es einen Punkt für die Mannschaftswertung. Parcours doppelt aufbauen: Die beiden Sieger-Teams spielen ein Finale und die Verlierer-Teams spielen den Platz 3 aus.

Variation: Keine Kontaktbegrenzung. Die Neutralen dürfen maximal mit zwei Kontakten spielen. Fünf direkte Pässe zum Dritten in einer Passfolge ergibt einen Punkt. Quadrat auf 10 Meter vergrößern.

Tipp: Jeden Pass coachen. Nach einem gespielten Pass wieder anspielbar machen. Jederzeit die Positionen aller Spieler kennen, damit man „direkt“ spielen kann. Offene Stellung zum Spiel.

ballhalten großOrganisation & Ablauf (1. TE, Großspielform)

Ein Feld (32 x 16 Meter) markieren. Die Längsseiten durch ein Hütchen teilen.

Drei 4er-Teams bilden. Team A als Balljäger ins Feld. Team C (Neutral) besetzt die Stirnseiten sowie zwei Teilbereiche der Längsseiten. Je zwei Spieler des ballbesitzenden Teams B ins Feld und an den freien Teilbereichen der Längsseiten.

Es wird auf Ballhalten gespielt. Team C agiert mit dem ballbesitzenden Team und bleiben auf ihren Positionen. Außenspieler müssen direkt spielen und Spieler im Feld haben max. zwei Kontakte. Erobert das balljagende Team den Ball, wechseln die zwei Außenspieler mit zwei Balljägern Position und Aufgabe.

Jedes Team stellt einmal die neutralen Spieler.

Spieleranzahl: 10–17 Spieler. Bis 13 Spieler 2–5 Neutrale. Neutrale besetzen nur die Stirnseiten bzw. ein Neutraler ins Feld. Ab 13 Spieler spielen zwei 5(6)er-Teams gegeneinander. Feldgröße anpassen.

Wettbewerb: Ist ein Team für 90 Sekunden Balljäger, absolviert es eine Zusatzaufgabe.

Tipp: Die Spielfeldmarkierung nur als groben Richtwert sehen. Die Außenspieler sind über die komplette Breite vollaktiv und können auch wenige Meter im Feld agieren. Vororientierung. Stets anspielbar sein. Zuspiele fordern. In der Gasse zeigen. Nach einer Spielverlagerung nachrücken und wieder zeigen.

Abschlussspiel:

Es wird Ballhalten gegen Forechecking auf ein Tor und über die komplette Spielfeldhälfte gespielt. 7–9 Angreifer und 6–8 Verteidiger positionsspezifisch einteilen. Die Angreifer sind in Überzahl und versuchen in 8 Minuten möglichst viele Tore zu erzielen. Die Verteidiger spielen nach einer Balleroberung auf Ballhalten. Die Angreifer gehen direkt ins Gegenpressing (Ballrückeroberung). Jede Spielunterbrechung wird an der Mittellinie bei dem IV der Angreifer fortgesetzt. Ersatzbälle liegen im Mittelkreis. Alternativ einen zweiten Torwart (oder Trainer) an die Mittellinie stellen, der jeweils die Bälle zu den Angreifern spielt. Dieser fungiert dann auch als Anspielpunkt für die Verteidiger beim Ballhalten. Nach 8 Minuten Aufgabenwechsel. Welches Team erzielt am Ende mehr Tore?

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Kontaktinformationen

Name: Martin Hasenpflug

Adresse: Nevigeser Str. 79, 42551 Velbert

Internet: www.fussballtraining.li

E-Mail:

Facebook: http://bit.ly/hasenpflug

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